Mai 11

„Wir wollen den Wald und die wertvollen natürlichen Lebensräume im Hessischen Ried langfristig erhalten“, erklären die GRÜNEN im Landtag anlässlich einer Anfrage zum Stand der Umsetzung der Waldsanierung im Hessischen Ried. „Gerade angesichts der immer häufigeren extremen Wetterlagen müssen wir gesunde und strukturreiche Wälder schaffen, denn sie versorgen uns mit gesunder Luft, dienen der Erholung und sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Das gilt für alle Wälder in Hessen, ganz besonders aber für die Wälder im südhessischen Ballungsraum, die durch den Straßenbau, die verstärkte Verkehrssituation und der damit verbundenen Luftverschmutzung zusätzlichem Stress ausgesetzt sind“, betont Martina Feldmayer, Sprecherin für Waldpolitik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Die Vorschläge des Runden Tisches zur Verbesserung der Grundwassersituation und damit des Waldzustands werden Schritt für Schritt umgesetzt. Gemeinsam mit den betroffenen Kommunen, der Wasserversorgung, den Vertretern aus Forst- und Landwirtschaft sowie des Naturschutzes wollen wir weiter an einem Strang ziehen, um den drohenden Waldverlust zu stoppen.“

Die Empfehlungen des Runden Tisches sind in ein Gesamtkonzept des Umweltministeriums eingeflossen. Dafür stellt die Landesregierung für dieses Jahr 4,2 Millionen Euro und für 2019 weitere 5,69 Millionen Euro bereit. Darunter fällt ein Rahmenvertrag, der zwischen dem Land Hessen und den Kommunalvertretungen abgeschlossen wurde, auf dessen Grundlage Einzelverträge mit den betroffenen Gemeinden zur waldbaulichen Sanierung abgeschlossen werden können. Erste Verträge sind bereits abgeschlossen. „Besonders wichtig sind die Waldbestände in den Natura-2000-Gebieten wie etwa die wertvollen Eichen-Hainbuchenwälder im Jägersburg-Gernsheimer Wald. Es ist gut, dass in den Verträgen und waldbaulichen Sanierungen auf die jeweiligen spezifischen Besonderheiten großer Wert gelegt wird“, so Feldmayer. Für das geplante Modellprojekt zur Aufspiegelung des Grundwassers sei bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Damit sollen die Grundwasserpegel in Gebieten mit extrem tief abgesunkenen Grundwasserständen wieder auf ein normales Niveau gebracht werden.

Hintergrund
Die Wälder im Hessischen Ried leiden seit mehr als vierzig Jahren unter einem stark absinkenden Grundwasserspiegel. Der Runde Tisch zur Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried hatte der Landesregierung im März 2015 Lösungsvorschläge und Empfehlungen übergeben. Auf dieser Basis sind das Gesamtkonzept und der Rahmenvertrag mit den beteiligten Kommunen entstanden. Auch die Waldbaumaßnahmen sind ausgehend von den Waldgebiets-Steckbriefen des Runden Tisches entwickelt worden.

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