Mai 16

Die Verleihung der UNESCO-Urkunde zur Aufnahme der Auschwitz-Prozessakten in das Register des Weltdokumentenerbes „Memory of the World“ zeugt aus Sicht der GRÜNEN im Landtag von der Einzigartigkeit dieser historischen Dokumente. „Die Prozessakten sowie die Tonbandmitschnitte der Zeugenaussagen sind ein wertvolles Zeugnis“, unterstreicht Martina Feldmayer, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Sie tragen dazu bei, dass niemals vergessen wird, welche Gräueltaten Nationalsozialisten und ihre Helfer in Vernichtungslagern wie Auschwitz begingen. Was in den Prozessakten zu lesen ist, mahnt uns, Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung entgegen zu treten. Dies ist eine dauerhafte Aufgabe für uns und die nachfolgenden Generationen.“

„Es ist ein großes Verdienst des damaligen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer und seiner Beharrlichkeit zu verdanken, dass der Auschwitz-Prozess 18 Jahre nach Kriegsende überhaupt stattfand“, erinnert Feldmayer. „Erstmals gab es ein Gerichtsverfahren, das sich umfassend mit dem Massenmord in Auschwitz auseinandersetzte, nationalsozialistische Verbrecher zur Rechenschaft zog und diese publik machte. Mit der Auszeichnung ,Memory of the World‘ wird auch die große Leistung von Fritz Bauer gewürdigt und sichergestellt, dass die Dokumente auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Die Aufnahme der Akten in das UNESCO-Weltdokumentenerbe auf Vorschlag des Landes Hessen sichert die Aussagen der Menschen, die damals mutig als Zeugen berichteten, und sie hält den Leugnern und Verharmlosern des Holocaust Fakten entgegen.“

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