Okt 19

Die GRÜNEN im Landtag sind alarmiert über die Studie zur Zahl fliegender Insekten: „Die Forscher der Universität Nimwegen haben mit ihrer umfassenden Arbeit leider bestätigt, dass wir es mit einem beängstigenden Insektensterben zu tun haben“, erklärt Martina Feldmayer, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Um 76 Prozent ist die Zahl der Tiere von 1989 bis 2016 in den untersuchten Schutzgebieten in Deutschland zurückgegangen, im Hochsommer um bis zu 82 Prozent. Wenn nüchterne Wissenschaftler wie Johannes Steidle von der Universität Hohenheim von einem ,Albtraum‘ sprechen, ist die Situation für unser Ökosystem mehr als ernst – es ist eine ökologische Katastrophe. Mehr Artenschutz und vor allem die Agrarwende hin zu einer Landwirtschaft im Einklang mit Mensch und Natur sind nötiger denn je – in Hessen haben wir unter anderem mit Ökoaktionsplan, Biodiversitätsstrategie und Bienenkampagne schon wichtige Weichen gestellt.“

„Die Zerstörung der Lebensräume, die Verarmung der Agrarlandschaften und der Einsatz von Gift in der Agroindustrie spielen mit Sicherheit eine Rolle beim Massensterben der Insekten, reichen aber alleine nicht aus, um es zu erklären“, so Feldmayer weiter. „Der Verdacht liegt nahe, dass sich viele Faktoren, zu denen auch die Erderhitzung gehört, zusammenballen und so die Insekten in einem Maß unter Druck setzen, mit dem sie nicht mehr zurechtkommen. Das Sterben der Insekten ist so sehr wahrscheinlich auch ein Vorbote der Klimakatstrophe.“

„Die Folgen des Insektensterbens auch für uns Menschen sind kaum absehbar: Etwa 80 Prozent der Wildpflanzen, aber auch Kulturpflanzen wie Apfel- und Birnbäume sind davon abhängig, dass Insekten sie bestäuben. Zwei Drittel unserer Vögel ernähren sich hauptsächlich von Insekten – wenn sie keine Nahrung mehr finden, droht ein stummer Frühling. Wir müssen deshalb mit Hochdruck daran arbeiten, wieder erträgliche Lebensbedingungen herzustellen. Wir in Hessen tun dafür viel, vom Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen HALM über die Biodiversitätsstrategie bis hin zum Ökoaktionsplan, denn der Ökolandbau verzichtet auf Pestizide und Kunstdünger und schont damit auch die Insektenwelt. Wir fördern Blühstreifen und Insektenweiden, damit Bienen, Hummeln und andere Insekten genügend Nahrung finden. Und mit dem Integrierten Klimaschutzplan 2025 haben wir zahlreiche konkrete Schritte definiert, wie Hessen im Jahr 2050 ohne Treibhausemissionen auskommen kann. Diesen Weg müssen wir weiter gehen, wir müssen an Tempo zulegen und wir müssen andere davon überzeugen, diese Richtung einzuschlagen – damit es weiter summt, brummt und zwitschert.“

Comments are closed.