Mai 17

„Hessen geht auch beim Tierwohl weiter voran und zeigt, wie eine tiergerechte Haltung in der landwirtschaftlichen Praxis umgesetzt werden kann“, freuen sich die GRÜNEN im Landtag. „Die aktuellen Vereinbarungen des Runden Tischs Tierwohl machen deutlich, dass die Haltung von Nutztieren stetig verbessert werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Unser Dank gilt daher den Akteuren des Runden Tischs Tierwohl, die diese Vereinbarungen erarbeitet haben und natürlich den Landwirtinnen und Landwirten, die hier Vorreiterrollen einnehmen und zeigen wie es geht“, betont Martina Feldmayer, Sprecherin für Landwirtschaft der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Bei den vier neuen Vereinbarungen, die der Runde Tisch Tierwohl gemeinsam mit der grünen Umweltministerin Priska Hinz getroffen hat, handelt es sich um Verbesserungen in der Haltung von Kühen und Schafen.

Eine Handlungsempfehlung spricht sich für einen reduzierten Einsatz von Antibiotika bei Eutererkrankungen aus. „Der Einsatz von Antibiotika ist auch in der konventionellen Haltung nur erforderlich, wenn ein Tier krank ist und sollte daher nicht ohne konkrete Erkrankung verabreicht werden“, unterstreicht Feldmayer. „Insgesamt müssen wir von dem hohen Verbrauch von Antibiotika in der Nutztierhaltung runter. Denn das ist nicht nur teuer, sondern eine Reduktion auch zwingend notwendig angesichts zunehmender Antibiotika-Resistenzen. Der vermehrte Einsatz führt also dazu, dass Antibiotika im Notfall nicht nur bei kranken Tieren, sondern auch kranken Menschen keine Wirkung mehr zeigen.“

Weitere Vereinbarungen betreffen Eingriffe wie Kastrationen und das Kupieren von Schwänzen bei Lämmern. Hier verpflichten sich die Unterzeichnenden, diese nur bis zum dritten Lebenstag bei Zuchttieren anzuwenden, und dies ausschließlich mit einer Schmerzbehandlung. „Dies ist ein wichtiger Schritt unnötige Schmerzen bei Nutztieren wie Schafen zu vermeiden. Bei Menschen würden wir ja auch nicht ohne Narkose bei so einem Eingriff arbeiten“, erklärt Feldmayer. Flankierend sollen zu diesem Thema Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) angeboten werden.

Bei der vierten Vereinbarung handelt es sich um das Verbot, trächtige Kühe zu schlachten. Dazu Feldmayer: „Hier gibt es trotz mehrfacher Ankündigungen und Aufforderungen noch keine bundesweit einheitliche Regelung. Mit der neuen Vereinbarung wird diese gesetzliche Lücke geschlossen und das ungeborene Leben geschützt. Denn auch die ungeborenen Kälber erfahren Schmerzen und Leiden beim Schlachten der Mutterkuh.“

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