Jul 31

„Der hessische Staatswald wird jetzt nach höchsten ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards bewirtschaftet“: So kommentieren die GRÜNEN im Landtag die abgeschlossene Zertifizierung des Staatswaldes nach Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC), die Umweltministerin Priska Hinz heute bekannt gegeben hat. „Wir haben jetzt mit rund 315.000 Hektar die zweitgrößte Fläche staatlichen FSC-Waldes in Deutschland nach Baden-Württemberg“, erklärt Martina Feldmayer, Sprecherin für Waldpolitik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Mit der Zertifizierung ist ein uns GRÜNEN sehr wichtiges Ziel erfüllt, das wir im Koalitionsvertrag festgehalten haben: Die nachhaltige Bewirtschaftung nach höchstem Standard stärkt den Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungsraum für Menschen.“

„Gerade die aktuelle Hitze- und Dürrewelle zeigt deutlich, dass wir unsere Wälder für immer häufigere Wetterextreme rüsten müssen“, erläutert Feldmayer. „Das FSC-Siegel enthält Vorgaben für die Waldentwicklung wie Mischwaldbestände, die den Wald naturnäher und widerstandsfähiger gegen Austrocknung und gegen Schädlinge machen. Auch dürfen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Damit schützen wir die Lebensräume zahlreicher Tiere und Pflanzen sowie das Grund- und Trinkwasser. Zu den Vorgaben des FSC zählen auch faire und soziale Arbeitsbedingungen für die Forstarbeiter. Auch ökonomisch sind wir mit dem FSC-Siegel auf dem richtigen Weg, denn Holz aus FSC-Bewirtschaftung wird immer stärker von den Verbraucherinnen und Verbrauchern, aber auch von großen Holzvermarktern nachgefragt.“

Die GRÜNEN sehen das Land in einer Vorbildrolle: „Wir hoffen, dass viele weitere Waldbesitzer unserem Beispiel folgen.“ Kommunen und private Waldbesitzer, die ihren Wald nach FSC-Standards bewirtschaften wollen, erhalten finanzielle und beratende Unterstützung vom Land. Das Land übernimmt 80 Prozent der Kosten, die für die erste Zertifizierung anfallen. „Wir sind überzeugt: Die Rechnung geht auf. FSC ist eine Investition in die Zukunft für stabile, artenreiche Wälder, von denen auch unsere nachfolgenden Generationen einen Nutzen haben.“

Hintergrund: Der Zertifizierungsprozess des Staatswaldes nach FSC-Standards ist nun in allen hessischen Forstämtern abgeschlossen. Nach Regierungsantritt der GRÜNEN begann der Prozess 2014 in neun Forstämtern mit einer Fläche von ca. 55.000 Hektar. 2015 folgten weitere elf Forstämter mit einer Fläche von rund 87.000 Hektar. Jetzt kommt die dritte Tranche mit ca. 175.000 Hektar hinzu. Sie enthält neben dem Nationalpark Kellerwald-Edersee die Forstämter Bad Hersfeld, Beerfelden, Biedenkopf, Burghaun, Frankenberg, Hessisch Lichtenau, Melsungen, Michelstadt, Neukirchen, Reinhardshagen, Romrod, Rotenburg, Rüdesheim, Schotten, Wehretal, Weilrod, Wetzlar und Wiesbaden-Chausseehaus.

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