Mrz 28

Die GRÜNEN im Landtag haben am Mittwoch das Konzept „#hessen2025 – GRÜN wirkt weiter für gutes Essen aus gesunder Umwelt“ vorgestellt. „Gutes Essen soll nicht nur satt machen, es soll auch schmecken und gesund sein. Dazu gehört auch, dass die Lebensmittel möglichst schonend für das Klima, das Grundwasser und die Natur hergestellt werden“, erklärt Martina Feldmayer, Sprecherin für Landwirtschaft der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Deshalb wollen wir gutes und gesundes Essen aus der Region fördern. Wir wollen den erfolgreichen Weg des Ökolandbaus weiter fortsetzen und dafür sorgen, dass die Landwirtschaft in Hessen insgesamt nachhaltiger gestaltet wird. Außerdem sollen Kinder in Hessen von Anfang an erfahren, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie sie verarbeitet werden.“

Wir haben die Richtung der Politik geändert…
„Seit wir GRÜNE an der Landesregierung beteiligt sind, wird die Landwirtschaft in Hessen deutlich ökologischer ausgerichtet. Das zieht sich von der landwirtschaftlichen Ausbildung über die Beratungsangebote für landwirtschaftliche Betriebe bis hin zu den Förderkriterien. Als wichtigstes Element haben wir den Ökoaktionsplan ins Leben gerufen. Dank ihm boomt die Bio-Landwirtschaft in Hessen: Es gibt mittlerweile mehr als 2.000 Biobetriebe, knapp 400 mehr als vor dem Regierungsantritt. Sie bewirtschaften eine Fläche von 102.500 Hektar. Damit werden in Hessen aktuell 13,5 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet – Hessen ist Spitze beim Öko-Landbau! Die drei Ökomodellregionen in den Landkreisen Kassel/Werra-Meißner, Fulda und Wetterau sind so erfolgreich, dass demnächst weitere Regionen hinzukommen.“

„Außerdem ist Hessen dem ‚Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen‘ beigetreten und hat eine Initiative für gentechnikfreies Tierfutter gestartet. Auf der ganzen Wegstrecke haben wir alle Akteure mitgenommen, aus der Öko- wie aus der konventionellen Landwirtschaft. Das zeigt sich auch an der Erweiterung des Zukunftspaktes Landwirtschaft auf jetzt 28 Vertragspartnerinnen und Vertragspartner. Sie beraten gemeinsam über mehr Tierwohl und die Stärkung des Ökolandbaus, gentechnikfreie Landwirtschaft und regionale Vermarktung. Der von uns geschaffene ‚Runde Tisch Tierwohl‘ berät, wie in allen Betrieben Tiere artgerechter gehalten werden können. Er hat unter anderem Schritte dafür eingeleitet, dass Rinder nur noch im Notfall Antibiotika bekommen sollen und Hennen nicht mehr routinemäßig die Schnäbel gekürzt werden.“

… und noch viel vor
„Wir wollen gutes Essen von Anfang an. Das bedeutet für uns auch, dass schon Kinder erfahren sollen, woher Milch, Eier, Gemüse und Fleisch kommen. Jedes Kind soll einmal während seiner Schulzeit einen Bauernhof besuchen können, um selbst zu erleben, wie Tiere versorgt werden und Gemüse angebaut wird. Dazu wollen wir Schulbauernhöfe und ähnliche Initiativen stärken. Gutes Essen heißt aber auch, dass die Lebensmittel naturverträglich und ökologisch erzeugt und regional wertgeschätzt werden. Das gelingt am besten über eine regionale Vermarktung, aber auch über Schulkantinen, Großküchen oder Krankenhäuser. Wir wollen vor allem das Bewusstsein für einen gewissenhaften Umgang mit Lebensmitteln stärken, denn noch immer landet zu viel Essen im Müll, obwohl es noch brauchbar wäre. Gegen Lebensmittelverschwendung wollen wir Informationskampagnen und Kooperationen starten, aber auch Initiativen wie Ernährungsräte unterstützen.“

„Den erfolgreichen Weg in der Öko-Landwirtschaft wollen wir fortsetzen und weiterentwickeln. Die Landwirtschaft soll noch naturverträglicher werden, um unsere Kulturlandschaft und die Artenvielfalt zu erhalten. Dazu wollen wir den Ökolandbau mit gezielten Anreizen massiv fördern und die Anbaufläche bis 2025 auf 25 Prozent steigern. Regionaler Ökolandbau ist vor allem dann erfolgreich, wenn auch die weitere Verarbeitung der Produkte nachhaltig und über möglichst kurze Wege erfolgt. Deshalb wollen wir Bioschlachtstätten, aber auch hofnahe Schlachtmobile, Biomolkereien und alle weiteren Verarbeitungsstrukturen stärker unterstützen. Auch den Einsatz von Pestiziden wollen wir durch einen Reduktionsplan drastisch zurückfahren. Und Staatsdomänen sollen bei einer Neuverpachtung direkt auf Ökolandbau umstellen.“

„Damit die Landwirtschaft in Hessen auf der ganzen Fläche nachhaltig wird, wollen wir alle Betriebe ansprechen – nicht nur Ökobetriebe. Dafür wollen wir gezielte Beratungsangebote unterbreiten und Agrarumweltmaßnahmen verlässlich fördern. Dazu gehören beispielsweise eine umweltverträgliche Ackerbewirtschaftung mit vielfältigen Fruchtfolgen und Blühstreifen oder auch eine Prämie für Weidehaltung und für Schaf- und Ziegenhalter. Hessen soll dazu alle Programme voll ausschöpfen, die es auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene gibt. Damit noch mehr Fördermittel zur Verfügung stehen, wollen wir, dass mehr Mittel der EU-Agrarförderung aus der ersten Säule – der reinen Flächenprämie – in die zweite Säule – mit Umweltauflagen – umgeschichtet werden. Auch die Direktzahlungen, die jeder Landwirt für seine Fläche bekommt, sollen noch stärker an eine umweltschonende Bewirtschaftung geknüpft werden.“

Konzepte für Hessen: Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte in der vergangenen Legislaturperiode in insgesamt 29 Konzeptpapieren konkrete Vorschläge zu den unterschiedlichen landespolitischen Themenfeldern erarbeitet. Diese Konzepte sind in die Arbeit der Fraktion in der Regierungskoalition eingeflossen und inzwischen zu großen Teilen umgesetzt. Daher legt die Fraktion nun neue Konzepte für die Landespolitik der kommenden Jahre vor. Alle bislang erschienenen Konzeptpapiere stehen im Internet zum Download bereit: www.gruene-hessen.de/konzepte

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