Apr 05

„Glyphosat kommt uns nicht in die Tüte“: Unter diesem Motto machen die GRÜNEN im Landtag heute auf dem Wochenmarkt in Wiesbaden auf die Gefahren durch das Pflanzengift Glyphosat aufmerksam und sammeln Unterschriften, um endlich ein Verbot von Glyphosat zu erreichen. „Glyphosat ist das weltweit am meisten verwendete Pestizid, es tötet alles Grün auf dem Acker, gefährdet Böden und Grundwasser und zerstört die Artenvielfalt. Es gibt zudem Studien und Berichte, die vor gesundheitlichen Schäden durch Glyphosatrückstände in unserer Nahrung und sogar in der Muttermilch warnen. Trotzdem ist es immer noch erlaubt“, erklärt Martina Feldmayer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag.

Mit der Aktion unterstützen die GRÜNEN die Europäische Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“, die von  zahlreichen Umweltverbänden gegründet wurde. Ziel der Bürgerinitiative ist es, bis Mitte Juni eine Million Unterstützerinnen und Unterstützer aus mindestens sieben EU-Ländern zusammenzubekommen. „Die Unterschriften sollen bewirken, dass dieses Gift nicht mehr auf unsere Äcker und Teller kommt. Wir stehen für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, die gute und giftfreie Lebensmittel für alle erzeugt“, so Feldmayer weiter. „Deshalb rufen wir mit unseren Unterschriften die Europäische Kommission auf, den Mitgliedsstaaten ein Verbot von Glyphosat vorzuschlagen, das Verfahren für die Genehmigung des Pestizids zu reformieren und EU-weit verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden festzulegen.“

In Hessen hat Umweltministerin Priska Hinz bereits per Erlass die Anwendung von Glyphosat im öffentlichen Raum strikt eingeschränkt. So darf das Pestizid auf Sportanlagen und Spielplätzen nicht mehr ohne Weiteres, sondern nur nach einer entsprechenden Genehmigung eingesetzt werden. Zudem fördert die Landesregierung alternative Methoden, die ohne chemische Keule auskommen. Gute Beispiele liefere auch der Ökolandbau, wo mithilfe von Fruchtfolgen und Zwischenfrüchten dafür gesorgt werde, dass auf Dauer weniger Unkräuter durchkämen, so Feldmayer. „Damit sind die Spielräume eines Bundeslandes aber leider erschöpft. Ein echtes Verbot kann jetzt nur auf EU-Ebene erwirkt werden, denn leider hat sich die Bundesregierung hier nicht gegen die Zulassung gestellt.“ Im Sommer 2016 stand die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung in Europa für weitere 15 Jahre an. Hunderttausende europäische Bürgerinnen und Bürger konnten mit einer starken Kampagne durchsetzen, dass die Zulassung nur für 18 Monate verlängert wurde. Bis Ende 2017 soll nun entschieden werden, ob Glyphosat in der EU weiter erlaubt bleibt.

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