Mai 17

Martina Feldmayer, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt zum heute im Kunstausschuss des Landtages gehaltenen Bericht der Zentralen Stelle für Provenienzforschung in Hessen: „Die Zentrale Stelle für Provenienzforschung ermittelt bereits seit drei Jahren erfolgreich die Herkunft der zwischen 1933 und 1945 sowie der ab 1946 erworbenen Kunstgemälde in den Beständen der Hessischen Landesmuseen in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden. Sie übernimmt damit die verantwortungsvolle Aufgabe, Raubkunst ausfindig zu machen und sie den rechtmäßigen Eigentümern oder deren Erben zurückzugegeben. Damit wird die Herkunft hessischer Kunstwerke systematisch erforscht und transparent gemacht. Mit der Einrichtung einer solchen Zentralstelle ist Hessen bundesweit Vorreiter. Die derzeit in vier Frankfurter Museen gezeigten Ausstellungen zur NS-Raubkunst belegen das öffentliche Interesse an diesem Forschungsfeld.“

„Bisher wurden bereits acht Gemälde als NS-Raubgut erkannt“, erläutert Feldmayer. „Bei sechs Kunstwerken hat die Zentralstelle eine Einstellung in die Lost-Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturverluste (DZK) empfohlen. Zwei Kunstgemälde sind erfolgreich an ihre ursprünglichen Eigentümer beziehungsweise deren Erben vermittelt worden und konnten daraufhin für die jeweilige Museumssammlung erworben werden. Das zeigt, dass wir in Hessen auf dem richtigen Weg sind.“ Die am Landesmuseum Wiesbaden angesiedelte Zentralstelle unterstütze auch kommunale Museen bei ihrer Provenienzforschung. „Mit der Unterzeichnung der Washingtoner Erklärung vom 3. Dezember 1998 hat sich Deutschland dazu bekannt, Provenienzforschung zu betreiben. Aber auch über diesen Vertrag hinaus haben wir eine moralische Verpflichtung, das in der NS-Zeit entstandene Unrecht soweit wie möglich aufzudecken und die unrechtmäßig erworbene Kunst an ihre Eigentümer oder deren Erben zurückzugegeben. Mit der Zentralstelle haben wir hierfür ein wichtiges Fundament gelegt.“

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