Feb 01

Die Grünen im Landtag freuen sich, dass der gesamte Hessischen Staatswald noch in diesem Jahr nach Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert werden soll. „Ein vom Umweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten bescheinigt, dass es ökologische Vorteile im Hinblick auf Naturnähe, Artenvielfalt und NATURA 2000-Gebiete gibt, wenn der Staatswald nach den Richtlinien des FSC bewirtschaftet wird. Alt- und Totholzinseln, Waldflächen, die sich ohne Beeinträchtigung entwickeln können, bieten wertvollen Lebensraum beispielsweise für Höhlenbrüter“, erklärte die waldpolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martina Feldmayer, in der aktuellen Stunde im Hessischen Landtag. „Für uns GRÜNE steht fest: Wald ist keine Holzplantage, sondern Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Erholungsraum für Menschen. Die hohen ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards, die das FSC-Siegel gewährleistet, stehen für nachhaltige Waldwirtschaft. Ein Drei-Kammern-System garantiert dabei den Ausgleich zwischen allen Interessen.“

„Die Natur kann schwer mit einem Preisschild versehen werden, aber es ist klar, dass wir ohne sie nicht leben können. Deshalb muss es uns wert sein, hier weitere Fortschritte zu machen und naturnäher zu wirtschaften. Deshalb haben wir uns für die FSC-Zertifizierung immer wieder stark gemacht “, betont Feldmayer. „Die FDP hat versucht diese aktuelle Stunde zu nutzen, um dagegen zu polemisieren. Das ist keine Überraschung. Wald und Naturschutz interessiert diese Partei sonst nur zur Instrumentalisierung gegen Windkraft.“

„Für die SPD stellt sich uns mal wieder die Frage: Hat die SPD eine Position und wenn ja, wie viele? Die SPD hatte sich nach einem unsäglichen Schlingerkurs und massiver Kritik der Umweltverbände kurz vor Ende der Wahlperiode doch wieder für eine Zertifizierung des Staatswaldes nach FSC ausgesprochen. Wir haben gehofft, dass dies nicht nur dem herannahenden Wahlkampf geschuldet war und die SPD jetzt bei einer Meinung bleiben würde“, so Feldmayer. „Das scheint leider nicht der Fall zu sein. In der heutigen Debatte hat der Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel wieder einen Rückzieher gemacht und sich nicht klar für eine ökologische und nachhaltige Zertifizierung des Staatswaldes nach FSC-Kriterien ausgesprochen. Wichtig wäre es, dass die SPD mit einer Stimme spricht und ihre Positionen auch beibehält.“

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